MELODIE              HARMONIE            ENERGIE

 

Am Anfang war der Ton

 

Das Ohr ist das sensibelste, aber deshalb auch beeindruckungsfähigste menschliche Sinnesorgan  - nebenbei ein anatomisches Wunderwerk. In höchstem Maße subtil und präzise ist die akustische Wahrnehmung :

Sie erschließt Feinheiten, die anderen Sinnesorganen verschlossen bleiben und bis in unser Unbewußtes wirken. Oft bedarf es nur eines kleinen akustischen Reizes, um heftige Gemütsbewegungen auszulösen. So hat das Ohr offenbar einen direkteren Zugang zur Seele : Klänge versetzen tiefe Schichten des Seelischen in Schwingungen. So erklärt sich die zentrale Rolle, die Musik seit jeher im menschlichen Leben gespielt hat; in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Seit Jahrtausenden ist Musik unser unverzichtbarer Begleiter, spendet uns Trost und Freude, beruhigt, erfrischt und verbindet.

In dieser direkten, nahezu ungefilterten Wirkung auf unser emotionales Befinden liegen sehr viele positive Möglichkeiten  - aber auch die große Gefahr negativer Manipulation. Wie gute, dem Menschen wesensgemäße Musik uns unterstützen, zu uns hinführen kann, kann sie - bedenkenlos manipulativ eingesetzt -  uns auch von uns wegführen. Der heute allgegenwärtige Klangteppich aus Banalität und oberflächlicher Sentimentalität korrespondiert mit der unausweichlichen Lärmkulisse einer schnelllebigen Technik-Welt. Wie ein zu scharf gewürztes Gericht betäubt er die Sinne, vernebelt die Wahrnehmung und zersplittert unsere ursprüngliche Ganzheit des Hörens.

Gerade der moderne Mensch aber bedarf einer Musik, die seine Seele pflegt, beruhigt und erfrischt;  Klänge, die aus der Stille des in sich ruhenden Selbst erwachsen und uns so die Kraft und Gelassenheit für unser eigenes Selbst wiedergeben. Musik aus dem Wesen des Menschen  für  die Seele des Menschen.

Der Komponist Christian Maria Haug  ist sich dieser Aufgabe und Verantwortung sehr bewußt. In der langen Tradition klassischer Musik stehend, weiß er genau um die positiven Wirkungen wesensgemäßer Musik. Die Erhabenheit klarer, einfacher Töne, die Freude leichter, spielerischer Klänge, die große Ruhe ausstrahlenden, harmonisierenden Melodien sind selbstverständliche Elemente seiner Kompositionen.Christian Maria Haug schreibt HinHörMusik , in deren Mittelpunkt stets der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht. Seine Musik richtet sich an das “Du”.Und so ist es sein Ziel, uns den ursprünglichen Genuß bewußten, ganzheitlichen Hörens wiederzugeben. In den letzten Jahren entwickelte er dafür ein zeitgemäßes, musikalisches Konzept ( Melodie - Harmonie - Energie ), das, ausgehend von der  zentralen Bedeutung der Musik für unser Innerstes bis hin zu positiven Anwendungen moderner Instrumente reicht.

MELODIE

 

1.)  Musik und Archetypus  

 

So unmittelbar, so machtvoll, so seelenaufwühlend wie Musik wirkt nichts sonst Menschengemachtes auf uns. Große Musik reißt die Tiefen der Seele auf, erschüttert, beglückt und entgrenzt, steigert unsere Wahrnehmung auf feinste Weise. Sie trifft den Menschen ins Zentrum, bringt das Zentrum zum Mitschwingen, zum Mitklingen. Sie packt den Menschen in seiner Ganzheit, und er findet sich widergespiegelt in der Ganzheit dieser Musik. Keine Kultur, kein menschliches Ritual kannbis heute auf die bis ins Innerste berührende, unterstützende Kraft der Musik verzichten.Was aber bewirkt diesen unverzichtbaren Zauber ? Diese wunderbare Kraft ?Was ist der Kern, das Wesen von Musik, daß sie uns so berührt ?

Nur Gleiches vermag auf Gleiches unmittelbar wirken. Nur Gleiches kann von Gleichem vollkommen erkannt, verstanden werden. Diese grundlegende philosophische Erkenntnis ist auf kaum etwas so prinzipiell anwendbar, wie auf die Wirkung von Musik auf den Menschen.Musik wirkt derart auf die menschliche Seele, weil Seele und Musik im letzten sich aus demselben Ursprung speisen, aus demselben Stoff gemacht sind.Der Stoff der Musik ist ein Teil des Stoffes unseres Wesens, unseres Seins. Der unhörbare Klang der Seele findet seinen hörbaren Ausdruck im Klingen der Töne. Stets ist Musik der Klangausdruck einer Seelenverfassung, ein resonanzfähiges System feinster Bewußtseinsschwingungen, die tief hinab in die Gründe menschlichen Seins reichen.

 

2.)  Melodie als Königsprinzip der Musik

 

Die Wesensstruktur der Musik, der archetypischen Klangformen in der menschlichen Seele, spiegelt sich also in ihrem Abbild, der hörbaren Musik.Welches sind nun die Grundelemente der hörbaren, erlebbaren Musik ? Und wie sind diese einander zugeordnet ?

Um die Mitte des 19.Jahrhunderts schrieb Artur Schopenhauer, dessen Metaphysik der Musik ein Kernstück seiner Philosophie ist, über die Musik seiner Zeit, diese biete “vielen Lärm, viele Instrumente, ... aber gar wenig deutliche, eindringliche und ergreifende Grundgedanken”, um dann fortzufahren: “ ... ich halte die Melodie für den Kern der Musik ...”( Schopenhauer, “Handschriftlicher Nachlaß.” Bd. 3, München 1985, S. 635 f. ).

Wir sehen, wie grundsätzlich und zeitgemäß diese Aussage noch immer ist. Und genau betrachtet, hat kein Musiker oder Komponist bis heute etwas prinzipiell anderes gesagt. Musik ohne melodische Substanz, ohne erkennbare thematisch-motivische Muster und Bewegungsimpulse ist einfach “schlechte Musik”, denn sie geht an den wesens-gemäßen Bedürfnissen des Menschen vorbei.

Das Ohr sehnt sich nach klaren, faßbaren, melodischen Strukturen; die Seele, als unmittel- bar betroffener Resonanzkörper, nach harmonischen Schwingungen. Die Grund- und Ausgangsfigur aller, dem Menschen nutzender Musik - vor allen rhythmischen und chromatischen Akzenten  - ist also der plastische, einfach anzunehmende melodische Einfall.

Unbestreibar gilt für an den Menschen gerichtete Kompositionen: Ganz oben steht das Prinzip des Melodischen; es ist das  Königsprinzip solcher Musik, ihre Essenz.  Nur so kann sie ihr Ziel, die nutzbringende, harmonisierende Wirkung auf den Menschen erreichen.

 

HARMONIE

 

Das Ohr will Harmonie

 

Komponieren für den Menschen ist notwendigerweise durchdrungen vom Grundprinzip alles Musikalischen: dem Streben nach Zusammenklang, nach Harmonie, der  konsonierenden Spannungsauflösung. Die Überwindung, das Aufheben der Gegensätze, Harmonie als Ziel ( Telos ) : Dies ist offensichtlich nicht nur eine wesentliche Sehnsucht des Menschen, sondern folgt den Grundgesetzen der Natur.

Wie unser Wille zur ständig höheren Organisation von Sein und Bewußtsein, so folgt auch das menschliche Gehör seinen natürlich-genetisch vorgegebenen Bahnen: es ist geeicht auf harmonische Klangmuster, die zugleich beruhigende wie sozial verbindende Wirkung haben - also einen wesentlichen Teil menschlicher Gemeinsamkeit erst ermöglichen. So ist es kein Zufall, daß grundsätzlich, zu allen Zeiten und in allen Kulturen die einfachen Intervallproportionen bevorzugt werden.

Die menschliche Gehördisposition weist einen analogen Aufbau wie die natürliche Obertonreihe auf, einschließlich der hier auftretenden Intervalle - beginnend mit der Oktave. Diese ist das “Rahmenintervall in der Musik aller Völker”; ( R.Haase, “Über das disponierte Gehör.” Wien, 1977, S.16), sie basiert auf der Proportion 2:1.

Haase beweist, daß die natürliche Beschaffenheit des menschlichen Gehörs überall auf der Erde zu strukturell ähnlichen Tonsystemen geführt hat: Stets steht das Prinzip der Harmonie im Zentrum des Tonzusammenhangs. Was in der klassischen abendländischen Musik seine vielleicht differenzierteste Ausformung erfahren hat, ist im grundsätzlichen Ansatz in  jeder  Musikkultur enthalten; es ist schlichtweg in der Art und Weise, wie der Mensch nun einmal ist, angelegt. Demnach ist in jeder musikalischen Komposition, die dem Menschen entsprechen und ihm Nutzen bringen soll, eine ihr innewohnende, durchgängige Harmonie nicht nur legitim, sondern zwingend notwendig.

Christian Maria Haug geht in seinem zeitgemäßen Konzept ganzheitlicher Musik nun noch einen Schritt weiter und möchte die heilsamen, positiven Kräfte harmonisierender Melodien zielgerichtet für den Menschen nutzbar machen :

Neue Energie durch bewußte HinHörMusik für den Menschen.

 

ENERGIE

 

Musik, die aus der Stille kommt und Ruhe schenkt. Musik aus der gelassenen Konfrontation eines Menschen mit sich selbst, geschrieben aus seiner Mitte, komponiert mit dem leidenschaftlichen Ziel harmonischen Miteinanders. Musik, die uns den Genuß ganzheitlichen Hörens wieder schmackhaft machen möchte. Musik für Menschen, von einem Menschen.

Musik, die sich vollkommen an das  “Du” wendet  - und deshalb zu ihrem Verständnis auch das “Du” braucht. Christian Maria Haugs Kompositionen sind  HinHörMusik: :  Erst durch den Akt aktiven, bewußten Hinhörens wird seine Musik zu dem, was sie für uns sein kann, sein soll:  In jeder Stimmungslage ein Quell neuer Energie.

Dr. Stephan Grotz

Dr. Stephan Grotz

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